Mitarbeiterbefragung und Ableitung von Maßnahmen
Auf eine Mitarbeiterbefragung müssen Maßnahmen folgen.
Till Tinsahli
4/24/20262 min lesen
Mitarbeiterbefragung ohne Maßnahmen? Das kann mehr kaputtmachen als nutzen
Eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen ist immer ein erster Schritt. Der entscheidende zweite Schritt, die Ableitung konkreter Maßnahmen, ist jedoch das, was die Spreu vom Weizen trennt. Was das für Unternehmen bedeutet, zeigen zwei LinkedIn-Umfragen mit jeweils circa 100 Teilnehmenden sehr deutlich.
Was Mitarbeitende erwarten
In einer Umfrage mit 84 Teilnehmenden wurde gefragt, wie wichtig es ist, dass aus umfangreichen Mitarbeiterbefragungen Maßnahmen abgeleitet werden („Wie wichtig ist es dir, dass aus umfangreichen Mitarbeitendenbefragungen (mehr als 20 Fragen) Maßnahmen abgeleitet werden?"):
64% fanden es sehr wichtig
20% fanden es eher wichtig
5% waren neutral
1% fanden es eher unwichtig
9% fanden es unwichtig
Das Ergebnis ist eindeutig: 84% der Befragten verbinden die Teilnahme an einer Befragung mit der Erwartung, dass die Ergebnisse als Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen. Eine Befragung wird also nicht als isoliertes Instrument wahrgenommen, sondern als Beginn eines Prozesses.
Was passiert, wenn Maßnahmen ausbleiben
Eine zweite Umfrage mit 127 Teilnehmenden ging der Frage nach, welche Konsequenzen das Ausbleiben von Maßnahmen auf die Beteiligung an zukünftigen Befragungen hat. Die Aussage lautete: „Wenn auf eine Mitarbeitendenbefragung keine Maßnahmen folgen, nehme ich an der nächsten nicht mehr teil."
29% stimmten zu
29% stimmten eher zu
10% waren unentschlossen
13% stimmten eher nicht zu
18% stimmten nicht zu
58% der Befragten würden also in Betracht ziehen, bei der nächsten Befragung nicht mehr teilzunehmen, wenn keine Maßnahmen folgen. Das ist kein Randphänomen, sondern eine klare Mehrheit.
Vertrauen als knappes Gut
Was diese Zahlen im Kern zeigen: Wenn Maßnahmen ausbleiben, geht Vertrauen verloren. Und dieses Vertrauen ist schwer zurückzugewinnen. Mitarbeitende, die einmal das Gefühl hatten, dass ihre Antworten folgenlos blieben, werden beim nächsten Mal entweder gar nicht mehr teilnehmen oder deutlich weniger ehrlich antworten.
Beides kostet Unternehmen genau das, was sie mit der Befragung eigentlich gewinnen wollen: eine belastbare, authentische Datenbasis als Grundlage für gute Entscheidungen.
Nur befragen, wenn auch gehandelt wird
Daraus folgt eine klare Empfehlung: Große Befragungen sollten nur durchgeführt werden, wenn auch ernsthaftes Interesse daran besteht, Maßnahmen abzuleiten, und wenn die nötigen Ressourcen dafür vorhanden sind. Eine Befragung, der keine Konsequenzen folgen, kann mehr kaputtmachen als gar keine Befragung.
Das bedeutet nicht, dass jedes Ergebnis sofort in ein großes Maßnahmenprogramm münden muss. Aber es braucht eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und eine klare Kommunikation darüber, was als nächstes passiert.
Kommunikation als unterschätzter Erfolgsfaktor
Maßnahmen allein reichen nicht. Mindestens genauso wichtig ist es, diese auch zu kommunizieren, damit alle wissen, welche Veränderungen auf die Befragung zurückgehen. Denn was nicht kommuniziert wird, wird nicht wahrgenommen.
Das gilt übrigens auch in die andere Richtung: Wenn Projekte oder Maßnahmen, die vor einer Befragung geplant waren, danach wieder verworfen werden, sollte auch das transparent kommuniziert werden. Sonst entsteht leicht der Eindruck, dass die Befragung keinerlei Konsequenzen hatte, selbst wenn das nicht der Fall ist.
Du möchtest sicherstellen, dass deine nächste Mitarbeiterbefragung nicht nur Daten liefert, sondern auch wirklich etwas bewegt? Melde dich gerne unverbindlich bei mir. In einem kurzen Gespräch schauen wir gemeinsam, wie du den Prozess von der Befragung bis zur Maßnahme methodisch sauber und glaubwürdig gestaltest.
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